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Nesthäkchen im Kinderheim
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Zu Beginn von Band 3 wird Annemarie zehn Jahre alt. Sie ist nach wie vor ein lebhaftes Kind und eine gute Schülerin. Kurz vor ihrem Geburtstag bricht sie in der Schule mit hohem Fieber zusammen: Annemarie hat sich über ihren Vater, der Charlottenburger Scharlachkinder betreut, mit Scharlach infiziert. Nach langer Genesungszeit in der Privatklinik ihres Vaters ist sie immer noch sehr geschwächt. Deshalb wird sie von den Eltern zur Erholung für ein Jahr in das Kinderheim 'Villa Daheim' in Wittdün auf der Nordseeinsel Amrum geschickt, das von der Kapitänswitwe Frau Clarsen und deren Schwester Lenchen geleitet wird. (Das Schiff legt in Norddorf an, was damals tatsächlich der Fall war, es gab in Norddorf einen Hafen auf der Kniepsandseite; auch eine Inselbahn existierte zu jener Zeit auf Amrum.) Das Leben auf der Insel, Landschaft und Sitten, Kleidung und Sprache, werden detailliert, wenn auch oft klischeehaft, beschrieben. Die Norddeutschen sprechen Plattdeutsch (die hochdeutsche Übersetzung steht in Klammern dahinter). Gelegentlich ist von 'friesischem Platt' die Rede, Worte in authentischem Amrumer Friesisch sind jedoch nicht zu finden. Annemarie schließt Freundschaft mit dem ungezogenen Jungen Peter, der sie immer wieder zu Streichen anstiftet. Die beiden reißen bei einem Spaziergang gemeinsam aus, um Reichtum und Schwerter im Watt zu suchen. Sie kommen immer weiter vom Weg ab und geraten in eine Sturmflut. Doch sie finden (wenn auch unter Mühen) wieder aus der gefährlichen Situation heraus. Annemarie freundet sich auch mit dem braven Mädchen Gerda an. Gerda hat infolge der Kinderlähmung ein krankes Bein. Ein weiterer Gegenpol zu Peter (der in dieser Romanfolge den wilden Bruder Klaus als ihren Gegenpart ersetzt) ist Kurt, den sie bereits in Berlin im Krankenhaus kennenlernte. Kurt sitzt im Rollstuhl, schafft es aber mit viel Geduld und Annemaries Hilfe, wieder Laufen zu lernen. Am Ende der Geschichte bricht der Erste Weltkrieg aus. Annemarie ist mittlerweile elf Jahre alt. Hals über Kopf verlassen die Kurgäste die Insel. Auf der Flucht fällt Annemaries Puppe Gerda von der Landungsbrücke ins Wasser. Die Szene hat eine symbolische Bedeutung: Annemaries Kindheit ist damit zu Ende. Dieser Band ist der am stärksten überarbeitete der Nesthäkchenbücher. Annemarie geht nach alter Zählung in die achte Klasse und steigt auf in die siebte. In den späteren Ausgaben ist sie Drittklässlerin und kommt ins vierte Schuljahr. In der 1920er Ausgabe stammt Annemaries Freundin Gerda aus Breslau, der Hauptstadt von Niederschlesien. Nach 1945 wurde daraus München, die Hauptstadt von Bayern. Im Original besucht 'Prinzessin Heinrich' (d. i. Irene von Hessen-Darmstadt, 1866-1953, Ehefrau von Prinz Heinrich, Bruder von Kaiser Wilhelm II.) die Insel und das Kinderheim, später wurde es die junge Königin von Dänemark. In einem zusätzlichen Schlusskapitel 'Kriegszeit' wird der nach 1945 in der Urfassung indizierte Band 4 Nesthäkchen und der Weltkrieg zusammenfassend angefügt. Der weitere Verlauf des Ersten Weltkrieges wird mit den Worten 'Jedoch war der entsetzliche Krieg kurze Zeit später beendet.' zusammengefasst. Annemaries neue Freundin Vera, die eigentlich erst in Band 4 auftaucht, wird mit wenigen Worten eingeführt. Leider geht mit Veras bedrückender Geschichte nicht nur eine der wichtigsten und lehrreichsten Episoden in Annemaries Leben verloren, sondern auch eine der besten schriftstellerischen Leistungen im Werk Else Urys (siehe Nesthäkchen und der Weltkrieg).

Anbieter: Thalia AT
Stand: 04.12.2020
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